Werkgruppe 2015

> Wollten sie dem Gast besondere Wertschätzung entgegenbringen, wurde die Bilderrolle desto weniger geöffnet <
Jede Arbeit besteht aus einer (nicht sichtbaren) Leinwand mit einem Bild, gemalt nach einem SW-Foto aus dem Internet, und einer zweiten (sichtbaren) Leinwand mit 50 farbigen Streifen. Die zweite Leinwand ist über die erste Leinwand gespannt und bedeckt diese vollständi
(die Arbeiten sind nicht reproduzierbar, da sie aus Mischungen mit fluroszierenden Pigmenten bestehen. Jeder Streifen hat eine andere Farbe.)
SEKOUKONE
Sekou Kone ist 30 und lebt im „Ghetto“ von Apulien, einer Slumsiedlung aus Holz und Plastikplanen. Als er sechs Jahre alt war, wurden seine Eltern in Liberia ermordet. Er flüchtet, geht in einem Flüchtlingslager zur Schule, flüchtet weiter,arbeitet als Hilsarbeiter in Libyen und träumt von einer Ausbildung in Deutschland. Zweimal schafft er die Flucht bis nach Hamburg, wird jedes Mal nach Italien zurückgeschickt. Er will es ein weiteres Mal versuchen.
Maximilian Popp in DER SPIEGEL / 25-2013


250 x 210 cm
Öl, Bleistift, Acryl
links: hinteres Bild
YACOUBA
Die ehemalige Schule „Prinz von Neapel“ im sizilianischen Augusta ist alles andere als feudal. Der Putz blättert ab, die Fußböden sind speckig, und bei bis zu zwölf Klappliegen in einem Raum wird es eng. Der 17 jährige Yacouba von der Elfenbeinküste sitzt auf seinem Klappbett, ein ruhiger, tadellos gekleideter junger Mann, in der Hand eine französische
Ausgabe von „Der kleine Prinz“. Seine Geschichte klingt wie eine aus fernen Zeiten.
Annette Langner in spiegel online panorama 22.09.2014


250 x 210 cm
Öl, Bleistift, Acryl
links: hinteres Bild
EOG
Eog und seine Gruppe sind wieder in ihr Lager in den Hügeln rund um Ceuta zurückgekehrt. In selbst gebastelten Zelten schlafen die rund 50 jungen Männer aus dem Senegal, Gambia, Niger und Mali in einer kleinen Schlucht zwischen Bäumen. Sie haben sich den Platz
ausgesucht, weil er vor dem kalten Wind und den heftigen Regenschauern im Winter etwas schützt. Dazu gibt es einen kleinen Fluss, der sich durch die Berge schlängelt.
Die Verzweiflung am Todesstrand Marokkos – DIE WELT 26.11.2014
Maximilian Popp in DER SPIEGEL / 36-2014 siehe auch Filmreportage: spiegel.de/app362014frontex


250 x 210 cm
Öl, Bleistift, Acryl
links: hinteres Bild
TAMIN
Tamim, 20 Jahre alt, ist Flüchtling aus Afghanistan. Heute spricht er hervorragend Deutsch und lebt als
Sozialarbeiter im hessischen Hanau. Er hatte unbeschreibliches Glück. Und trotzdem: der Weg aus der zentralafghanischen Provinz Ghazni dauerte sechs Jahre, eine von Abschiebungen und neuen Fluchten gezeichnete Odyssee durch fast 20 Länder, von denen keines ihn aufnehmen wollte. Am deutlichsten zu spüren bekommen hat er das auf Lesbos.
Europareferent der Menschenrechtsorganisation Pro Asyl Karl Kopp > Patras ist die Hölle < Süddeutsche Zeitung 17.05.2010


250 x 210 cm
Öl, Bleistift, Acryl
links: hinteres Bild
Yussif
Mohammed Yussif war einer der 37 Geretteten von der „Cap Anamur“. Entgegen ihren Zusagen nehmen die Behörden die 37 Geretteten in Haft. Ein Bus bringt die 37 Männer in ein Lager sie sollen abgeschoben werden.
Im April 2006 starb er mit zwanzig weiteren Flüchtlingen bei einem
erneuten Versuch nach Europa zu gelangen, als ihr Boot im Sturm vor Lampedusa kenterte.
Bericht der Cap Anamur auf Borderline Europe


250 x 210 cm
Öl, Bleistift, Acryl
links: hinteres Bild

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