I

das Verhältnis zur Welt als Antrieb für das Verhältnis zum Bild.


Sich entschieden zur Welt zu verhalten, ist noch lange nicht selbstverständlich. Wo stehe ich? Was tue ich? Diese Fragen sind dem privaten Rahmen entwachsen. In den letzten 50 Jahren sind sie stetig drängender geworden, weil ihr Einfluß weit über das Persönliche hinaus geht. Wir lernen jeden Tag dazu, die Zusammenhänge komplexer zu verstehen. Daraus resultierende Konsequenzen werden immer klarer formuliert. Schlagworte wie Autonomie und Freiheit erhalten andere, ungewohnte Bedeutung.

Weil dennoch viel zu wenig und viel zu langsam sich ändert, entsteht ein Zustand der „unbeteiligten Zurschaustellung“. Die Folgen treffen unmittelbarer und körperlicher, und zunehmend bedrohlicher auf unser Leben. Die Malerei, die eigentlich ganz anders sein will als „das Leben“, ist davon nicht ausgenommen.

„SELBER MACHEN“ – Teil 1 | 1998

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