III

das Verhältnis zum Bild als Modell für das Verhältnis zur Welt

Die Malerei hat heute ein gebrochenes Verhältnis zum Sehen. Sie meint, alles sichtbar zu machen – auch „das Unsichtbare“. Inzwischen können wir feststellen: Ein solcher investigativer Ethos verkehrt die Verhältnisse in das Gegenteil: alles was nicht sichtbar ist, wird mithin auch nicht gesehen.

Damit kollabiert der stolze und hehre Anspruch.

Für die Malerei bedeutet es: das Bild kommt an seine Grenze. Das muss nicht schlecht sein, der Blickwinkel ändert sich. Die Malerei wird Wege zu einer anderen Art von Bild finden müssen. Wir müssen nicht alles sichtbar machen. Wir können uns darauf einstellen, auch zu sehen, was nicht sichtbar ist. Mitzusehen. Die Sichtbarkeit reduzieren.